Schulentwicklungsplan

Ernste Konsequenz für honnef-Tal

 

Wie Sie vielleicht schon der Presse entnommen haben, wird in Stadtverwaltung und Stadtrat derzeit der Schulentwicklungsplan diskutiert, über dessen Umsetzung am 14.12.2017 ein Ratsbeschluss gefasst werden soll. Für diejenigen unter Ihnen, die den Sachstand nicht kennen, haben wir nachfolgend die wesentlichen Informationen aus dem Schulentwicklungsplan, sowie die daraus folgenden Konsequenzen für unsere Löwenburgschule zusammengefasst:

 1. Hintergrund

  • Der Schulentwicklungsplan dient als Planungs- und Entscheidungsgrundlage für die Stadt, da diese für Schulen, die Räumlichkeiten und deren Funktionen verantwortlich ist.
  • Ansatzpunkt ist dabei grundsätzlich nur die Zahl der Schüler und deren prognostizierte
    Entwicklung - pädagogische Konzepte werden nicht bewertet oder berücksichtigt.
  • Basierend auf diesen Zahlen und Prognosen wird eine Handlungsempfehlung gegeben.

2. Zahlen und Prognosen des Schulentwicklungsplans

  • Nach dem im Stadtrat am 29.8.2017 vorgestellten Zahlenwerk sind die Schülerzahlen für Aegidienberg stabil, während die Vorhersage für Bad Honnef-Tal, Selhof und Rhöndorf sinkende Schülerzahlen prognostiziert.
  • Die zu erwartenden Schülerzahlen für Rhöndorf haben sich demnach im Vergleich zum letzten Schulentwicklungsplan weiter verringert und liegen unter der darin enthaltenen, ursprünglichen Prognose.

3. Handlungsempfehlung der Planer für die Grundschulen

  • Für Aegidienberg sieht der Schulentwicklungsplan keinen Handlungsbedarf.
  • Für die GGS am Reichenberg besteht die Option einer Überführung in eine private Trägerschaft, dann würde eine Eigenständigkeit für diese Schule erhalten.
  • Für die Löwenburgschule wird empfohlen, beide aktuellen Standorte aufzugeben und einen Grundschulverbund in den Räumen der Konrad-Adenauer-Schule (Hauptschule,„KASCH“) anzusiedeln - ggf. einschließlich der GGS am Reichenberg, sollte eine private Trägerschaft nicht realisiert werden.
  • Die Räume der Löwenburgschule (Rommersdorfer Straße) sollen dann zur Nutzung dem Siebengebirgsgymnasium überlassen werden, um die „Raumnot“ im Siebengebirgsgymnasium zu lösen.

 

Die Schulpflegschaft und der Förderverein der Löwenburgschule sehen diese Empfehlungen des Schulentwicklungsplans sehr kritisch, und zwar aus folgenden Gründen:

 

  • Die Schaffung nur einer Grundschule in Honnef-Tal würde die Wahlfreiheit im Bildungsbereich deutlich einschränken und damit Bad Honnef für junge Familien deutlich unattraktiver machen. Dies ist konträr zu den erklärten Zielen der Verwaltung.
  • Es würde, anders als bisher, in Honnef-Tal zwangsläufig nur noch ein pädagogisches Konzept angeboten. Dabei ist völlig offen, ob sich dabei das jahrgangsübergreifende oder das - an der Löwenburgschule so erfolgreich umgesetzte - jahrgangsgebundene Unterrichtskonzept durchsetzen würde.
  • Eine Konzentration der Grundschüler (je nach Modell bis zu ca. 500 Kinder!) am Standort Konrad-Adenauer-Schule würde eine massive Konzentration auch des Autoverkehrs in Rheingoldweg und Bergstraße mit sich bringen, da auch für den Fall einer befriedigenden, kostenintensiven Schulbusanbindung mit erheblichem Bring- und Abholverkehr mit allen damit verbundenen Problemen zu rechnen ist. Dass es grundsätzlich kritisch ist, Grundschüler in weiter Entfernung von ihrer Wohnung zu unterrichten (Abweichung vom Grundsatz: kurze Beine, kurze Wege) betonen wir ausdrücklich.
  • Gerade Erstklässlern wird die Neuorientierung an einer Schule mit nahezu 500 Schülern deutlich schwerer fallen als in den aktuellen, überschaubaren Schulgrößen.
  • Der Schulentwicklungsplan hat als Ziel u.a. eine Kostenoptimierung des schulischen Angebots, sowie die Lösung der knappen Räumlichkeiten im Siebengebirgsgymnasium. Dabei wird jedoch außer Acht gelassen, dass eine Umnutzung der bestehenden Gebäude erheblich Investitionen erfordert. Neben dem Umbau von Sanitäranlagen (vom Erwachsenen-Standard auf Grundschüler-Maß in der Konrad-Adenauer-Schule, sowie umgekehrt in der Löwenburgschule) sind Anpassungen von Sicherungsmaßnahmen (Geländer etc.) und anderer Infrastruktur erforderlich. Hier sind Kosten im siebenstelligen Bereich zu erwarten, weshalb die Kosteneffizienz der Empfehlungen des Schulentwicklungsplans bezweifelt werden kann.

Aus diesen Gründen regen wir an, dass wir uns als betroffene Eltern mit vielen Schreiben an den Stadtrat und die Stadtverwaltung wenden, um eine Umsetzung der Empfehlungen des Schulentwicklungsplans zu verhindern.

 

Zu diesem Zweck haben wir Ihnen einen Musterbrief zum Download bereitgestellt, den Sie im eigenen Namen an die Stadtverwaltung und Ihnen bekannte Mitglieder des Stadtrats senden können.

 

Wir hoffen, dass wir so im Interesse unserer Kinder und zukünftiger Grundschüler in Bad Honnef die vielseitige Schullandschaft erhalten können.

 

Sandra Werber - Schulpflegschaftsvorsitzende

Daniel Nölken - 1. Vorsitzender des Fördervereins

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Muster Anschreiben Bürgermeister.docx
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Stellungnahme Schulleitung.pdf
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Weitere Informationen finden sie auch unter www.die-schule-im-dorf-lassen.de